Welche gesellschaftlichen Erwartungen werden an Dich bezüglich Kinder kriegen bzw. Kinder haben herangetragen? Mit welcher davon hast du am meisten zu kämpfen?

Kategorie: Themen für alle Autor*in: Maya, 30, weiblich, kein Kinderwunsch

In meiner Arbeit als Physiotherapeutin werde ich immer mal wieder von älteren Menschen gefragt, ob ich Kinder habe. Ich bin ziemlich offen dann mit meiner Ansicht dazu und habe je nach Situation auch meine Sterilisation erwähnt. Hin und wieder stoße ich dabei auf Unverständnis. In so einem Fall erwidere ich dann, dass es die Person weder verstehen noch gut finden muss, dass ich mich so entschieden habe. Dass sie aber, wenn sie einer Fremden so eine Frage stellt, auch damit rechnen müssen, für sie unangenehme Antworten zu bekommen. Mein Eindruck ist, dass oftmals gar nicht darüber nachgedacht wird, was so eine Frage mit einer Frau machen kann (sie könnte ihr Kind verloren haben, es klappt einfach nicht, sie ist selber krank, usw). Das versuche ich dann höflich zu erklären.
Meines Erachtens aber ist die Akzeptanz gegenüber einer Entscheidung gegen eigene Kinder in den letzten Jahren gewachsen. Das Schöne ist ja eigentlich, dass jemand, der das absolut nicht verstehen kann, selbst so viele Kinder haben kann, wie er oder sie möchte. Es gab schon Situationen in denen ein gewisser Neid mitschwang – gerade wenn sich mein Gegenüber eben noch darüber beklagt hatte, dass sie oder er nachts fünf mal zum Kind musste. Oft wird dann hinterhergeschoben, "aber da kannst du ohne Kinder ja gar nicht mitreden" - als ob man sich entschuldigen müsse dafür nachts durchzuschlafen.

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Zeichnungen mit verschiedenen Darstellungen von Elternschaft