Tickt Deine biologische Uhr bzw. was löst diese Metapher bei dir aus?

Kategorie: Kinderwunsch Autor*in: Vladimir, 36, männlich, unklarer Kinderwunsch

Als Mensch mit Hoden bin ich aufgewachsen, als beträfe mich diese Metapher nicht. Biologische Uhr? Die war für Personen mit Uterus. Beispiele von alten und sehr alten Vätern hatte ich genug in den Medien. Heute habe ich die Mitte 30 hinter mir gelassen und bin kinderlos. Ich habe immer wieder Phasen gehabt, in denen ich mir Kinder – oder präziser: Beziehungen, in denen Kinder möglich wären – sehr gewünscht habe, und Phasen, in denen ich mit meiner Kinderlosigkeit sehr zufrieden war. In den letzten Jahren habe ich gemerkt, dass für mich zwar vielleicht keine biologische Uhr tickt (wer weiß das schon; vielleicht hat sie auch nie getickt oder ist schon längst abgelaufen) – doch aber eine soziale. Für mich ist keineswegs mehr klar, ob ich überhaupt noch Vater sein will, aber wenn: dann kein allzu alter. Deutlich jenseits der 40 noch zum ersten Mal Vater zu werden, sehe ich gerade nicht für mich: Weil ich das Privileg, vielleicht noch länger zeugungsfähig sein zu können, nicht ausspielen will. Weil ich glaube, dass es für Kinder herausfordernd sein kann, stark überdurchschnittlich alte Elternteile zu haben (z.B. als frühe/vorzeitige Konfrontation mit Alter und Tod des Elternteils…). Weil ich mir Elternschaft in irgendeiner Form von intensiver und naher Beziehung vorstelle (ob in einer Liebesbeziehung, in einer Freundschaftsbeziehung oder anders) und das auch für diese Beziehung eine große Altersdifferenz (und damit Ungleichheit) bedeuten würde, die ich nicht will.

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Zeichnungen mit verschiedenen Darstellungen von Elternschaft