Das Stichwort heißt Nicht-Organisation. In der Kita des Kindes waren alle getrennten Eltern in einem 50:50 Modell organisiert, also eine Woche jeweils bei einer Bezugsperson, die nächste bei der anderen. Unser Kind hat seit der Geburt diese Schichten mit Wohnortwechsel.
Zur Trennung kam es, weil ich diesen Schichten nicht mehr hinterherkam. Ich habe als einzige gelohnarbeitet, trotzdem einen ähnlichen Sorgeanteil übernommen wie die anderen. Trotz Lohnarbeit wollte ich mein Kind sehen, die Wege zwischen den Wohnungen und zur Kita haben mich angestrengt und strengen mich heute noch an.
Ich war lange die einzige, die frische Schlüpfer und Socken gekauft hat, die Feste wie Geburtstag und Weihnachten sowie Ferien im Kopf hatte und diese geplant hat. Außerdem war ich diejenige, die eine weitere Bezugsperson des Kindes finanziell supportet hat.
Seit dem Zerwürfnis und im Verlaufe des Trennungsprozesses bin ich in eine Art bewussten Streik getreten. Das Kind ist jetzt nur noch am Wochenende bei mir, auch nicht an jedem. Mir geht es damit besser als vorher, auch wenn ich das Kind sehr vermisse und viel weniger von seinem Alltag mitbekomme als vorher.
Das Kind wohnt unter der Woche bei einer weiteren und jetzt hauptsächlichen Bezugsperson. Wie es dieser Bezugsperson damit (unfreiwillig) geht, weiß ich nicht, sie hat eine neue Beziehung, auch weiblich*, die Sorgearbeit mit übernimmt, und eine ebenfalls weibliche* (aber entlohnte) Babysitterin.
Die dritte Bezugsperson zieht im kommenden Monat in eine andere Stadt - es fühlt sich also an wie in einer Telenovela, und nicht sehr gesund.