Ich war mir immer sicher, dass ich Kinder wollte. Viele. Vielleicht weil ich selbst für mich keinen Platz in dieser Welt fand schien mir die Idee, den Fokus auf Kinder zu lenken, sinnvoll. Um sich hinter den eigenen Kindern verstecken zu können vielleicht… In der Theorie. Als ich schwanger wurde, musste ich mich der Realität stellen. Es gibt kein Versteck, schon gar nicht hinter einem Kind. Die Schwangerschaft empfand ich als gruselig. Fremdbestimmt und durch Hyperemisis (besonders starkes oder besonders langanhaltendes Erbrechen in der Schwangerschaft) beeinträchtigt. Die Zweifel kamen schleichend. Aber es gibt kein Zurück mehr, ich musste tatsächlich lernen, dass es Dinge gibt, die man nicht umkehren kann. Mit Kind war ich plötzlich oft überfordert und viel damit beschäftigt, gesellschaftlichen Normbildern zu entsprechen. Auch das alles hat sicher eine partnerschaftliche Krise befeuert. Heute kann ich sagen: Ich bereue nichts! Viele Kinder will ich nicht mehr. Dieses eine empfinde ich als große Bereicherung, an der ich wachsen kann. Ich muss mich mir selbst stellen und der Erkenntnis, dass es sich lohnt weiterzumachen und optimistisch zu bleiben.