Die Geburt war schrecklich. Rückblickend fühle ich mich sowohl schlecht informiert, als auch verblendet von romantisierten Geburtserzählungen.
Zehn Tage nach dem Geburtstermin wurde die Geburt eingeleitet. Der Kopf vom Baby lag zu dem Zeitpunkt noch nicht im Becken. Mir wurde gesagt, dass der sich sicher unter den Wehen hineindrehen würde. Hat er aber nicht. Ich weiß bis heute nicht, wie oft das statistisch gesehen der Fall ist. Das hätte ich allerdings gern gewusst, um abwägen zu können, ob nicht vielleicht direkt ein Kaiserschnitt hätte gemacht werden können. Von einem Kaiserschnitt war aber nie die Rede. Ich habe das Thema auch nie eingebracht. Denn in meinem Kopf war die Option einer Kaiserschnittgeburt immer nur die Notlösung. Aber warum eigentlich? Wegen der esoterischen Erzählungen von Geburtstraumata durch das „Herausgerissen“ werden? Geburten sind (aus meiner Sicht) nicht romantisch, sondern martialisch. Die Schmerzen unter den Wehen waren schlimmer, als ich sie mir je hätte vorstellen können. Der Kaiserschnitt war die Rettung in einer echt beschissenen Situation. Ich habe lange gebraucht, um mich psychisch von der Geburt zu erholen.