Ich finde die Metapher eigentlich total bescheuert und würde sie aus feministischer Perspektive ganz klar zurückweisen, weil sie Frauen unter Druck setzt, in so biologistischen Mustern zu denken. In der Generation meiner Mutter galt 33 als der späteste Zeitpunkt, zu dem frau noch Kinder bekommen konnte. Das war zumindest die gesellschaftliche Erwartung und das, was sie mir erzählt hat, obwohl mir mittlerweile klar ist, dass auch in der Generation meiner Mutter ganz schön viele Frauen mit 35, 39 oder später noch ein Kind bekommen haben. Trotzdem, ich fand diese Metapher immer blöd und musste mir dann aber so ab 35 spätestens eingestehen, dass da doch etwas tickt, so etwas wie eine biologische Uhr. Ich bin mir sicher, ich will Kinder. Aber so langsam sollte ich mal anfangen, das auch konkret in die Tat umzusetzen. Es kam erschwerend hinzu, dass ich in der Zeit zwischen 30 und 35 keine feste Partnerschaft hatte bzw. niemand, mit dem ich mir das Kinderkriegen tatsächlich vorstellen konnte. Und ich hatte eine klare Vorstellung, dass ich auf jeden Fall nicht alleine Kinder bekommen will, sondern mit einem Partner, der auch ganz klar Kinder will, Verantwortung übernimmt und auch im Falle einer Trennung weiter als Vater und Begleitperson zur Verfügung steht. Ich hatte immer großen Respekt vor Frauen, die die Entscheidung gefällt haben, das alleine durchzuziehen. Aber ich hatte Angst, dass ich, wenn ich das alleine mache, meine Hobbys, meinen Beruf und meine sonstigen politischen Aktivitäten vollkommen an den Nagel hängen muss.